Erstellt am 28. Februar 2021 12:19 und zuletzt aktualisiert am
Honig ist nicht gleich Honig. Selbst innerhalb einer Honigart können sich Farbe, Geschmack und Konsistenz deutlich unterscheiden. Besonders häufig stellt sich jedoch die Frage: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Blütenhonig und Waldhonig?
Die kurze Antwort: Blütenhonig entsteht überwiegend aus dem Nektar von Blüten. Waldhonig wird dagegen vorwiegend aus Honigtau gewonnen.
Dieser unterschiedliche Ursprung prägt den Geschmack, die Farbe und häufig auch die Konsistenz des Honigs.
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Was ist Blütenhonig? Was ist Waldhonig? Die Unterschiede im Überblick Welcher Honig passt zu mir? Selbst vergleichen Zum FazitBlütenhonig und Waldhonig direkt entdecken
Wenn Sie die Unterschiede nicht nur lesen, sondern direkt probieren möchten, finden Sie hier unsere passenden Kategorien:
Was ist Blütenhonig?
Für Blütenhonig sammeln Bienen den Nektar blühender Pflanzen. Im Bienenstock wird der Nektar von den Bienen weiterverarbeitet, eingelagert und in den Waben zu Honig gereift.
Welche Eigenschaften der fertige Blütenhonig besitzt, hängt vor allem davon ab, welche Pflanzen den Bienen als Nektarquelle dienten. Deshalb ist Blütenhonig keine einzelne Sorte, sondern ein Oberbegriff für viele sehr unterschiedliche Honige.
Typische Beispiele sind:
- Rapshonig
- Akazien- beziehungsweise Robinienhonig
- Lavendelhonig
- Lindenhonig
- Orangenblütenhonig
- Thymianhonig
- Buchweizenhonig
- Wildblütenhonig
Ein Rapshonig ist meistens sehr hell, mild und aufgrund seiner natürlichen Kristallisation cremig. Akazienhonig – in Deutschland meist Robinienhonig – ist dagegen besonders hell, fein im Geschmack und bleibt häufig lange flüssig. Lavendelhonig besitzt ein deutlich blumigeres Aroma, während Buchweizenhonig dunkel und ausgesprochen kräftig schmecken kann.
Daran zeigt sich: Blütenhonig ist nicht automatisch hell oder mild. Seine Eigenschaften werden von der jeweiligen Blütentracht bestimmt.
Was ist Waldhonig?
Waldhonig entsteht nicht überwiegend aus Blütennektar, sondern aus sogenanntem Honigtau. Dieser zuckerhaltige Honigtau befindet sich auf Nadeln, Blättern, Zweigen oder anderen lebenden Pflanzenteilen.
Er entsteht insbesondere dann, wenn pflanzensaugende Insekten den Saft einer Pflanze aufnehmen. Sie verwerten einen Teil der enthaltenen Nährstoffe und geben überschüssige zuckerhaltige Flüssigkeit wieder ab. Die Bienen sammeln diesen Honigtau und verarbeiten ihn im Bienenstock zu Honig.
Honigtau kann unter anderem auf folgenden Bäumen vorkommen:
- Tannen
- Fichten
- Kiefern und Pinien
- Eichen
- Kastanien
- weiteren Laub- und Nadelbäumen
Waldhonig ist somit ein Oberbegriff. Tannenhonig oder Weißtannenhonig sind besondere Arten von Honigtauhonig, deren Ursprung genauer benannt werden kann.
Waldhonige sind häufig dunkel und besitzen ein kräftiges, würziges bis malziges Aroma. Je nach Herkunft können auch leicht herbe, harzige oder karamellige Noten auftreten.
Blütenhonig und Waldhonig im Vergleich
| Eigenschaft | Blütenhonig | Waldhonig |
|---|---|---|
| Ursprung | Nektar von Blüten | überwiegend Honigtau |
| Typische Farbe | nahezu farblos bis dunkelbraun | häufig bernsteinfarben bis dunkelbraun |
| Geschmack | mild, süß, blumig oder kräftig | meist würzig, malzig, herb oder leicht harzig |
| Konsistenz | je nach Sorte flüssig oder cremig | häufig länger flüssig, aber nicht immer |
| Beispiele | Raps, Akazie, Lavendel, Linde, Buchweizen | Wald, Tanne, Weißtanne, Pinie, Eiche |
| Besonders geeignet für | Frühstück, Joghurt, Tee, Desserts und feine Dressings | Brot, Käse, kräftige Speisen, Marinaden und dunkle Saucen |
Die Angaben beschreiben typische Eigenschaften. Da Honig ein Naturprodukt ist, können Farbe, Geschmack und Konsistenz von Ernte zu Ernte variieren.
Den Unterschied selbst probieren
Vergleichen Sie einen milden, cremigen Blütenhonig mit einem dunklen, kräftigen Waldhonig.
Bleibt Waldhonig immer länger flüssig?
Viele Waldhonige bleiben vergleichsweise lange flüssig. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.
Ob und wie schnell ein Honig kristallisiert, hängt insbesondere von der Zusammensetzung der enthaltenen Zuckerarten ab. Honige mit einem höheren Glucoseanteil kristallisieren in der Regel schneller. Das ist beispielsweise bei Rapshonig der Fall. Honige mit einem höheren Fructoseanteil bleiben häufig länger flüssig.
Auch Waldhonig kann kristallisieren. Bestimmte Honigtauhonige enthalten außerdem den Zucker Melezitose, der zu einer schnellen und teilweise sehr festen Kristallisation führen kann.
Kristallisierter Honig ist deshalb weder verdorben noch von schlechter Qualität. Die Kristallisation ist ein natürlicher Vorgang.
Ist Waldhonig weniger süß als Blütenhonig?
Waldhonig wird häufig als weniger vordergründig süß wahrgenommen. Seine würzigen, malzigen und teilweise herben Geschmacksnoten können die Süße stärker in den Hintergrund treten lassen.
Blütenhonige wirken dagegen häufig blumiger oder unmittelbar süßer. Es gibt jedoch auch innerhalb dieser Gruppe große Unterschiede. Ein milder Akazienhonig schmeckt vollkommen anders als ein kräftiger Buchweizenhonig.
Welche Unterschiede zeigen wissenschaftliche Untersuchungen?
Vergleichende Untersuchungen zeigen, dass Honigtauhonige beziehungsweise Waldhonige im Durchschnitt häufig höhere Gehalte an phenolischen Verbindungen und eine höhere antioxidative Aktivität in Laboruntersuchungen aufweisen als viele Blütenhonige.
Auch bei bestimmten Mineralstoffen, Flavonoiden und Oligosacchariden wurden in untersuchten Waldhonigen häufig höhere Werte festgestellt. Wie stark diese Unterschiede ausgeprägt sind, hängt jedoch von der botanischen Herkunft, dem Erntegebiet, dem Erntejahr und der jeweiligen Verarbeitung ab.
Eine pauschale Einteilung ist deshalb nicht möglich. Einzelne Blütenhonige wie Heidehonig oder Buchweizenhonig können ebenfalls hohe Gehalte an phenolischen Verbindungen und eine ausgeprägte antioxidative Aktivität in Labortests besitzen.
Solche Analysewerte beschreiben die Zusammensetzung und die Eigenschaften eines Honigs im Labor. Sie belegen jedoch nicht, dass Waldhonig beim Verzehr grundsätzlich gesünder ist als Blütenhonig. Beide Honigarten bestehen überwiegend aus verschiedenen Zuckerarten und sollten in erster Linie als Natur- und Genussprodukt betrachtet werden.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Mehrere Vergleichsstudien zu europäischen und internationalen Honigen zeigen bei vielen Honigtauhonigen erhöhte Gehalte an phenolischen Verbindungen, Flavonoiden und Mineralstoffen sowie eine höhere antioxidative Aktivität in verschiedenen Laborverfahren. Die Ergebnisse sind jedoch abhängig von der jeweiligen Honigsorte und dem verwendeten Untersuchungsverfahren.
Hinweis: Diese Ergebnisse beschreiben Laborwerte und Zusammensetzungsunterschiede. Sie belegen nicht automatisch eine allgemeine gesundheitliche Überlegenheit beim Verzehr.
Ausgewählte Quellen zur Recherche
- Comparative antioxidant capacities of the phenolic extracts of Lebanese floral and honeydew honeys – Vergleich von 16 Honigtau- und 15 Blütenhonigen.
- Characterization and Classification of Spanish Honeydew and Blossom Honeys Based on Their Antioxidant Capacity – Untersuchung von 73 spanischen Honigen.
- Nutritional value and antioxidant activity of honeys produced in a European Atlantic area – Untersuchung von Phenol-, Flavonoid- und Mineralstoffgehalten.
- Antibacterial potential of Swiss honeys and characterisation of their bee-derived bioactive compounds – Laboruntersuchung zu Honigtau- und Blütenhonigen aus der Schweiz.
Die genannten Arbeiten untersuchen Zusammensetzung und Laborwerte. Sie belegen keine allgemeine gesundheitliche Überlegenheit einer Honigart beim Verzehr.
Welcher Honig passt zu mir?
Wer einen milden und cremigen Brotaufstrich sucht, trifft mit Rapshonig häufig eine gute Wahl. Für Liebhaber eines besonders feinen, lange flüssigen Honigs kann Akazienhonig interessant sein.
Blumige und aromatische Sorten wie Lavendelhonig oder Thymianhonig bieten ein deutlich intensiveres Geschmackserlebnis. Wer kräftige, dunkle und weniger blumige Aromen bevorzugt, sollte Waldhonig, Tannenhonig oder Eichenhonig probieren.
Unsere Orientierungshilfe
- Mild und cremig: Rapshonig aus Deutschland entdecken
- Dunkel und kräftig: Waldhonig aus Spanien entdecken
- Blumig und besonders aromatisch: Lavendelhonig aus Frankreich entdecken
- Würzig mit charakteristischen Waldaromen: Weißtannenhonig aus Griechenland entdecken
Blütenhonig und Waldhonig selbst vergleichen
Die Unterschiede zwischen Blütenhonig und Waldhonig lassen sich am besten durch Probieren kennenlernen. Stellen Sie dafür zwei möglichst typische Sorten nebeneinander – zum Beispiel einen milden Rapshonig und einen kräftigen Waldhonig.
Achten Sie beim Probieren auf:
- die Farbe
- den Duft
- die wahrgenommene Süße
- blumige, malzige oder harzige Aromen
- die Konsistenz
- den Geschmack im Abgang
Probieren Sie zunächst eine kleine Menge pur. So werden die Unterschiede deutlicher wahrnehmbar als auf Brot oder in einem Getränk.
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Qualität, die wir überprüfen lassen
Die botanische Herkunft eines Honigs lässt sich nicht allein anhand seiner Farbe beurteilen. Für die Beurteilung einer Honigsorte spielen unter anderem Geschmack, Geruch, Konsistenz, Zuckerspektrum, elektrische Leitfähigkeit und Pollenbild eine Rolle.
Bei Honig Schmidt wird deshalb jeder neue Honig-Wareneingang von einem externen Fachlabor geprüft. Je nach Honig und Herkunft werden dabei unter anderem die Einhaltung der Honigverordnung, die Sortencharakteristik, der Wassergehalt, der HMF-Wert und die Aktivität natürlicher Honigenzyme untersucht.
So verbinden wir unsere Erfahrung als Honigfachhandel mit einer nachvollziehbaren externen Qualitätskontrolle.
Fazit: Der Ursprung macht den Unterschied
Der wichtigste Unterschied zwischen Blütenhonig und Waldhonig liegt in der Ausgangsquelle:
Blütenhonig entsteht aus Pflanzennektar, Waldhonig überwiegend aus Honigtau.
Blütenhonige bieten eine besonders große Bandbreite von mild und cremig bis dunkel und kräftig. Waldhonige zeichnen sich häufig durch dunklere Farben und würzige, malzige oder leicht harzige Geschmacksnoten aus.
Welche Honigart besser schmeckt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Deshalb lautet unsere Empfehlung: nicht nur lesen, sondern selbst vergleichen.
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